Knochenabbau im Kiefer stoppen: Was Sie für feste Zähne tun können

Das Zahnfundament richtig schützen

Die Zähne wirken länger, das Zahnfleisch zieht sich zurück oder ein Zahn fühlt sich plötzlich lockerer an? Viele Menschen denken zuerst an empfindliches Zahnfleisch. Dahinter kann auch Knochenabbau im Kiefer stecken.

Knochenabbau bedeutet, dass der Knochen, der die Zahnwurzeln hält, an Höhe oder Dichte verliert. Dieser Knochen ist wie das Fundament eines Hauses. Solange es stabil ist, bleibt alles fest. Wird es langsam abgetragen, merkt man den Schaden oft erst spät.

Häufig entsteht Knochenabbau durch eine Parodontitis. Dabei greifen bakterielle Beläge und Entzündungen den Zahnhalteapparat an. Zahnfleisch, Fasern und Knochen verlieren nach und nach ihre Stabilität. Die gute Nachricht: Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser lässt sich weiterer Knochenabbau im Kiefer stoppen oder deutlich verlangsamen.

Knochenabbau im Kiefer: Welche Symptome sind typisch?

Knochenabbau im Kiefer verursacht am Anfang oft keine Schmerzen. Genau das macht ihn so heimtückisch. Viele Betroffene bemerken zunächst Zahnfleischbluten, Mundgeruch oder gerötetes Zahnfleisch. Später können Zahnfleischtaschen, freiliegende Zahnhälse und empfindliche Zähne dazukommen.

Ein deutliches Warnzeichen sind lockere Zähne. Auch wenn sich die Zahnstellung verändert, Lücken größer werden oder der Biss anders wirkt, sollte der Kieferknochen kontrolliert werden. Bei fortgeschrittenem Knochenabbau kann es schwieriger werden, Zähne langfristig zu erhalten.

Auch nach Zahnverlust baut sich Knochen ab, wenn die natürliche Belastung durch die Zahnwurzel fehlt. Der Körper spart dort, wo kein Druck mehr ankommt. Deshalb kann ein fehlender Zahn langfristig nicht nur eine Lücke im Lächeln sein, sondern auch eine Veränderung im Kiefer auslösen.

In den Wechseljahren berichten manche Frauen häufiger über Mundtrockenheit, empfindliches Zahnfleisch oder Veränderungen im Mundgefühl. Hormonelle Umstellungen können die Mundgesundheit beeinflussen. Wenn bereits Zahnfleischprobleme bestehen, sind regelmäßige Kontrollen in dieser Lebensphase besonders sinnvoll.

„If untreated, it may lead to tooth loss, although it is preventable and treatable in the majority of cases.“

(Sanz, M., 2020)

Knochenabbau im Kiefer: Was tun, um ihn zu stoppen?

Der wichtigste Schritt ist eine genaue Diagnose. Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt misst Zahnfleischtaschen, prüft die Lockerung der Zähne und beurteilt Röntgenbilder. So lässt sich erkennen, wie weit der Knochenabbau fortgeschritten ist.

Wenn Parodontitis die Ursache ist, zielt die Behandlung darauf ab, die Entzündung zu kontrollieren. Beläge und Bakterien werden auch unter dem Zahnfleischrand entfernt. Danach sind regelmäßige Nachsorgetermine entscheidend. Parodontitis braucht Betreuung, ähnlich wie ein Garten, in dem Unkraut immer wieder kontrolliert werden muss.

Zu Hause helfen zweimal tägliches Putzen, tägliche Zahnzwischenraumpflege und eine passende Putztechnik. Rauchen, schlecht eingestellter Diabetes und häufige Entzündungen können den Knochenabbau begünstigen. Auch diese Faktoren sollten offen angesprochen werden.

Bereits verlorener Knochen wächst nicht automatisch vollständig nach. In bestimmten Situationen können regenerative Verfahren oder ein Knochenaufbau sinnvoll sein, etwa vor Implantaten oder bei ausgewählten Knochendefekten. Welche Lösung passt, hängt vom Befund ab.

Wenn Sie Knochenabbau im Kiefer vermuten, warten Sie nicht auf Schmerzen. Eine zahnärztliche Untersuchung und Expertinnen und Experten aus der Oralchirurgie und der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie können identifizieren, ob eine Parodontitis, ein fehlender Zahn, eine Entzündung oder eine andere Ursache beteiligt ist. Früh handeln schützt das Fundament Ihrer Zähne.

FAQ

Woran erkenne ich Knochenabbau im Kiefer?

Knochenabbau im Kiefer verursacht anfangs oft keine Schmerzen. Hinweise können Zahnfleischbluten, Mundgeruch, freiliegende Zahnhälse, lockere Zähne oder veränderte Zahnstellungen sein.

Wenn eine Parodontitis die Ursache ist, kann eine gezielte Behandlung die Entzündung kontrollieren und weiteren Knochenabbau bremsen oder stoppen. Wichtig sind gründliche Mundhygiene, Zahnzwischenraumpflege und regelmäßige Nachsorgetermine.

Bei Knochenabbau im Kiefer sind oralchirurgische Praxen oder Praxen für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie oft die beste Anlaufstelle. Dort kann der Kieferknochen genau beurteilt und geprüft werden, ob Parodontitisbehandlung, Knochenaufbau oder implantologische Maßnahmen sinnvoll sind.

Literatur

Sanz M, Herrera D, Kebschull M, Chapple I, Jepsen S, Beglundh T, Sculean A, Tonetti MS; EFP Workshop Participants and Methodological Consultants. Treatment of stage I-III periodontitis-The EFP S3 level clinical practice guideline. J Clin Periodontol. 2020 Jul;47 Suppl 22(Suppl 22):4-60. doi: 10.1111/jcpe.13290. Erratum in: J Clin Periodontol. 2021 Jan;48(1):163. doi: 10.1111/jcpe.13403. PMID: 32383274; PMCID: PMC7891343.

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